Am Dienstag wachte ich zufrieden in Jaca auf und freute mich sehr darauf, die Pyrenäen kennenzulernen! Als Erstes fuhr ich von Jaca nach Canfranc-Estación, der letzten Zugstation vor Frankreich, welche sich auf ca. 1200 Metern über Meer befindet und ein eindrückliches, riesiges Jugendstil-Bahnhofsgebäude beherbergt, welches nun zu einem Luxushotel umgebaut wurde.

Auf dem Weg nach Canfranc-Estación
Die Landschaft ähnelt der Schweiz sehr!
Schöne farbige Häuser am Eingang zum Bergdorf Canfranc-Estación, welches den Namen "Bahnhof" (Estación) sogar im Namen trägt
Der beeindruckende, zum Luxushotel umgebaute Jugendstil-Bahnhof von Canfranc-Estación
Speisewagen
Die Länge des Bahnhofs ist eindrücklich, offenbar hat man mit vielen Reisenden gerechnet!
Die Reception darf man noch fotografieren, alles Weitere ist den Hotelgästen vorbehalten.

Nach der Rückfahrt nach Jaca und einem ruhigen, erholsamen Nachmittag im Hotel schaute ich mir gegen Abend noch die Hauptsehenswürdigkeiten des Städtchens an. Jaca hat eine sehr schöne Kathedrale, bei welcher ich am Vorabend die Prozessionen der Semana Santa mitverfolgt hatte.

Die Kathedrale von Jaca

Was mich jedoch noch viel mehr beeindruckte, ist die Zitadelle, welche in einer perfekten Sternform in der Stadtmitte steht. Wie mir von einigen belehrten Philologen beim Abendessen am Vortag erzählt wurde, diente die Zitadelle offenbar als Vorbild für viele Festungen in Lateinamerika.

Die markante Sternstruktur der Zitadelle in Jaca ist an den Aussenwänden gut erkennbar
Hirsche besiedeln den Festungsgraben
Brunnen am Eingang der Zitadelle
Nun weiss ich, wozu die vielen Kanon an der Zitadelle gemacht wurden: um die Häuser der 70er-Jahre effizient niederreissen zu können!
Die Zitadelle beherbergt verschiedene militärische Museen, unter Anderem das Miniaturen-Museum, in welchem die Schlacht von Waterloo eindrücklich dargestellt ist
Diverse Personen und militärische Einheiten sind im Miniatur-Museum abgebildet…
…welches für mich etwas viel militärisches Pathos enthält.
Der Innenhof der Zitadelle mit Blick auf die Pyrenäen
Ein Museum widmet sich alpinen Aspekten des Militärs, welche in den Pyrenäen offenbar einen grossen Stellenwert haben.
Alte Skigebinde aus der Schweiz
Mit diesen Skiern, welche zusätzliche Schwierigkeit hinzufügten, trainierten sich die Soldaten offenbar im matschigen Frühlingsschnee
Zitadelle im Abendlicht mit der Statue des Erbauers
¡Viva España!

Nach den Besichtigungen gönnte ich mir ein leckeres Abendessen im Restaurant “Biarritz”, in welchem ich schon am Vortag gewesen war, dies hauptsächlich aufgrund des unglaublich leckeren Essens, der freundlichen Bedienung, des traditionellen Ambientes und des fast unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses (Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Getränk/Wein und Süsswein für 25 Euro). Etwas, das mir in Spanien besonders gut gefällt, ist, dass viele Restaurants einen grossen Holzkohle-Grill haben, häufig sogar im Speisesaal selber, welcher dem Fleisch und Gemüse einen unvergleichlich guten Geschmack verleiht.