Am Mittwochmorgen fuhr ich – nach einem etwas lieblosen Frühstück im Hotel – früh los, um möglichst weit in Richtung Süden zu fahren, bedingt durch die unsichere Wettervorhersage für die kommenden Tage. Noch vor Mittag wollte ich Valence erreichen. Der Weg nach Valence war ruhig und schön: Die ViaRhona führt durch viele schöne Landschaften entlang der Rhone, immer wieder die Flussseite wechselnd (Départements Drôme und Ardèche). Hier noch eine Karte der Départements für diejenigen, die sich für die (französische) Geografie interessieren:

Karte der ViaRhona (Quelle)
Hässliche Industrie aber schöner Himmel bei der Losfahrt von Roussillon
"Le Recyclage au Coeur de votre Avenir!" – da geht es mir gleich besser!
Schlechter Radweg mit vielen Dellen
Immerhin hat man sich eine "Sitzbank" geleistet
Auto-Park entlang der Rhone
Doch danach kommen endlich schöne Abschnitte
Schöne Strecke entlang der Rhone, kurz vor Tournon-sur-Rhône

Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt genehmigte ich mir im schönen (und touristischen) Tain-l’Hérmitage, neben dem ebenfalls touristischen Tournon-sur-Rhône ein wunderbares „Znüni“, um doch noch in den Genuss eines echten französischen Croissants zu kommen.

Die Hauptattraktion in Tournon-sur-Rhône ist die alte Hängebrücke (die älteste der Rhone)
Die Brücke ist tatsächlich schön…
…sowie auch der Dorfplatz von Tain-l'Hérmitage
Die Hauptattraktion für mich ist jedoch die "Znüni"-Pause
Croissant de la pâtisserie, au beurre salé A.O.P.
Pâtisserie framboises-pistache (leider durch den Transport nicht mehr im Originalzustand), mit Himbeer-Caramel-Crumble-Boden

Danach ging es zügig und mit Rückenwind weiter nach Valence voran. Valence hat ausser einigen gotischen Hausfassaden und einem „Pavillon“ (Kiosque Peynet) nur wenige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Ich genehmigte mir im „Sugo Cantine Italienne“ eine XL-Portion Pasta Bolognese, die genau so war, wie ich es mir während der Fahrt am Morgen vorgestellt hatte.

Die wohl berühmteste Attraktion von Valence, der "Kiosque Peynet"
Die Maison des Têtes in Valence ist ebenfalls sehenswert

Während des Mittagessens entschied ich, mich von der Rhone zu entfernen, um einige der Tipps von Jérôme (s. Tag 1) in den Bergen besichtigen zu gehen. Die Dörfer, die Jérôme mir empfahl, sind typisch für die sogenannte „Drôme Provençale“, welche im Sommer bestimmt viele Touristen anziehen. Eine gute Karte der Region gibt es hier.

Diese Entscheidung stellte sich aus meiner Sicht als goldrichtig heraus und war jeden Höhenmeter des Aufstiegs wert. 

Eindrücke vom Weg von Valence nach Cliousclat

Ich fuhr bei angenehmem Wetter langsam in Richtung Drôme-Berge hoch, um nach etwa zwei Stunden Fahrt das pittoreske Töpfer-Dorf Cliousclat zu erreichen.

Das wunderschöne Töpfer-Dorf Cliousclat

Gleich nach Cliousclat besichtigte ich das nebenan liegende Dorf Mirmande, eines von ca. 170 Dörfern, die auf der Liste der „Plus Beaux villages de France sind“. Auch davon gibt es eine Karte auf dieser Website.

Da mir Mirmande extrem gut gefiel und das Wetter für den Rest des Tages bewölkt war, entschloss ich mich spontan, in Mirmande zu übernachten, um mir den bevorstehenden Aufstieg zu einem Pass für den nächsten Tag aufzusparen.

Das Dort Mirmande ist schon von Weitem episch anzusehen
Das autofreie Dorf besticht durch viele alte schöne Häuser…
…schöne Blumen…
…und charmante Gassen.
Die steile Hanglage des Dorfes erfordert eine gewisse Kondition…
…dafür wird man immer wieder aufs Neue mit schönen Eindrücken..
…und atemberaubendem Panorama ins Rhone-Tal herunter belohnt.
Mein wunderschönes Hotel

Durch die Entscheidung, in Mirmande zu bleiben, kam ich nicht nur in den Genuss eines ruhigen Abends, sondern auch eines der besten Essen, das ich während meiner Tour hatte.

Im Restaurant "Café Patine" genehmigte ich mir ein himmlisches Abendessen
Die offene Küche erlaubt es, mit den Köchen zu plaudern
Das Restaurant bietet nur wenige Plätze, dafür exzellentes Essen und viel Gastfreundschaft
Soufflé à la truite, beurre blanc
Noix de veau confite, jus corsé (mit Polenta, Pilzen, Spargel und Kürbis)
Pain perdu mit Erdbeer-Coulis, Erdbeeren, Caramel und Nusscrumble-Vanille-Glacé

Gut genährt freute ich mich auf einen wohlverdienten Schlaf im schönen „Hôtel de Mirmande“.