Am Dienstagmorgen stand ich früh auf, um mein frühes Zeitfenster für die Besichtigung der Alhambra zu erwischen. Zur Alhambra muss ich hier wohl wenig schreiben, da die meisten das Gebäude, eine der touristischen Hauptattraktionen in Spanien, wohl bereits kennen. Zudem ist die Geschichte der Alhambra dermassen abwechslungsreich, spannend und vielfältig, dass ich ihr mit einer kurzen Beschreibung nicht gerecht werden könnte. Ich werde mich hier also mehr auf meine Erlebnisse und Fotos konzentrieren.

Um 9 Uhr stand ich in der Schlange für die berühmten Nasridenpaläste und freute mich enorm, als ich diese mit noch relativ wenigen Besuchern sehen konnte. In den Nasridenpalästen ist jeder Raum noch eindrücklicher als der vorherige und man kann sich kaum entschliessen, worauf man schauen will. Ich war beeindruckt und dankbar, nochmals auf dieser Reise allerfeinste islamische Geschichte zu sehen und damit vorerst meine Reise durch islamische Gebiete auf eine überaus würdige Weise abschliessen zu können. Zuerst musste ich noch eine kurze Wartezeit überbrücken, bevor ich in die Nasridenpaläste eintreten konnte.

Um die Wartezeit vor dem Eintritt in die Nasridenpaläste zu überbrücken : Der Palast von Carlos V.

Um 9.00 konnte ich dann pünktlich zum zweifrühest möglichen Zeitfenster die Nasridenpaläste besichtigen.

Das (wahrscheinliche) "Non Plus Ultra" der Reise bis anhin steht an: die Alhambra-Paläste. Das "Plus Ultra" bezieht sich übrigens auf Herkules, der laut griechischer Mythologie zwei Pfeiler an der Strasse von Gibraltar eingeschlagen hatte, um das Ende der Welt zu markieren. Es war das "Non Terrae Plus Ultra" (Es gibt kein Land dahinter), das sich auch auf Finisterre bezog, ein mythologischer Glaube, der von Christoph Kolumbus gesprengt wurde, als er 1492 den Atlantik überquerte. Das dieser Ansicht entgegengesetzte Motto "Plus Ultra" ist seit der Atlantiküberquerung durch Christoph Kolumbus sozusagen das Motto Spaniens.
Patio de los Arrayanes, Blickrichtung Süden. Wenn schon alle Dekorationen in aufwändigster Handarbeit hergestellt wurden, so konnte ich wenigstens noch das Bild retouchieren und die vielen Leute in aufwändiger Handarbeit entfernen.
Patio de los Arrayanes, Blickrichtung Norden (japanische Grossgruppen, da kommt das Retouchieren an seine Grenzen)
Salón de Comares, auch Salón de los Embajadores genannt
Schier endlose Details verzieren den Salón de los Embajadores
Details im Salón de los Embajadores
Die meisten Wandausschmückungen haben eine komplexe, dreidimensionale Struktur
Eingang zum Patio de los Leones
Der Löwen-Brunnen in der Mitte des Patio de los Leones
"Überdachung" (ein wohl viel zu technisches und triviales Wort für diese Struktur) beim Patio de los Leones
Auch hier wurden nirgendwo künstlerische Aufwände gemieden
Detail aus dem Eingang zum Patio de los Leones
Die Kuppel der Sala de los Abencerrajes
Wandornamente in der Sala de los Abencerrajes
Details über Details
Florale Ornamente mit dreidimensionaler Struktur
Die Augen fallen einem fast heraus!
Nebentor zu einem nächsten Teil der Nasridenpaläste
"Unscheinbare" Verzierung an der Seitenwand eines Durchgangs
Weitere Ornamente an Durchgangstoren
Die Kuppel der Sala de Dos Hermanas
Wer sich sattsehen kann, darf es mir gerne sagen. Ich habe es bisher trotz stundenlanger Fotobearbeitung nicht geschafft.
Ein letzter Blick zurück in den Patio de los Leones, dann geht es in Richtung der begrünten Innenhöfe weiter.
Blick auf den Patio de Lindaraja
Blick hoch auf die kunstvolle Kuppel

Mir fehlen die Worte, um meine Bewunderung für die Schönheit und Vollendung der Alhambra auszudrücken. Zudem ist es nicht einfach, die Finesse der Alhambra in Weitwinkel-Bildern angemessen darzustellen, daher untenan noch einige Aufnahmen von Details.

Nahaufnahmen im Salón de los Embajadores
Dreidimensionale Kunst, wohin das Auge blickt
Blick auf das Dach der Sala de los Abencerrajes
Dreidimensionale Ornamente sind auch hier "versteckt"…
…sowie auch hier…
…und hier
Alhambra, Granada

Details aus der Alhambra

Weiter ging es in die Gärten rund um den Palacio del Partal.

Wenn ich eine Katze wäre, würde ich gerne hier leben
Blumen in den Gärten der Nasridenpaläste
Bäume in den Nasridenpalästen: Magnolien…
…Orangenbäume…
…und Feuerbüsche

Auch die Gärten des Generalife sind sehr eindrücklich und bieten pittoreske Aussichten auf die Alhambra und die Stadt.

Aussichten auf die Alhambra…
…sowie auf Granada
Gärten im Generalife-Teil der Alhambra

Nicht zuletzt fand ich besonders die Aussicht auf die Sierra-Nevada-Berge enorm eindrücklich. Für mich persönlich ist das ein gutes Schlussbild, denn letztendlich kommen die Inspirationen für grosse Kunst meistens aus der Natur, welche auch durch die höchste Kunst niemals rivalisiert werden kann.

Blick von der Alhambra aus in Richtung Sierra Nevada

Nach dem Besuch der Alhambra konnte und wollte ich nichts Weiteres am gleichen Tag aufnehmen und freute mich sehr auf einen entspannten Nachmittag. Am späteren Nachmittag fuhr ich per Bus zu José, dem Gitarrist vom Flamenco-Konzert am Montag. Im Studio seines Hauses kam ich in den Genuss einer unglaublich vielfältigen, zweistündigen Gitarrenlektion, in welcher er mir die Rhythmen und Harmonien verschiedener Flamenco-Gattungen (“palos”) wie beispielsweise Alegría, Tango oder Fandango, näherbrachte.

Voller musikalischer Inspirationen fuhr ich nach Granada zurück, wo ich meinen ehemaligen Kindheits-Freund Diego traf. Es freute mich unglaublich, Diego nach über 20 Jahren wiederzusehen und wir hatten einen grossartigen Abend, an dem wir uns enorm viel zu erzählen hatten! Es war kaum zu fassen, wie natürlich wir uns immer noch verstanden, dass wir unseren Humor teilten und in vieler Hinsicht “das Heu auf der selben Bühne” hatten (Schweizer Redensart). Wir hatten uns so viel zu erzählen, dass ich erst um ca. 1 Uhr nachts wieder von den vielen Erlebnissen erfüllt im Hotel ankam.

2 Responses

  1. JA die Alhambra wird von so vielen Dichtern und Musikern besungen und verdichtet- zu Recht! Etwas vom Schönsten finde ich! Wunderbar die Begegnung mit Diego. ich erinnere mich auch an Euch als Kinder.