Am Freitagmorgen fuhr ich früh von Madrid los, da die Tagesetappe nach Segovia recht streng geplant war und ich in solchen Fällen gerne etwas “Puffer”-Zeit für Ruhepausen sowie Planungsunsicherheiten (schlechte Strassen, Umfahrungen etc.) habe. Die Fahrt aus Madrid heraus dauerte eine gute Stunde und war geprägt von mehr oder weniger hässlichen Hochhäusern, welche für mich wie eine schlechte Kopie der Défense in Paris aussahen. Einzig die Consulting-Firmen haben es offenbar geschafft, halbwegs “sehenswerte” Hochhäuser zu bauen.

Die vielen Hochhäuser machen mich nachdenklich. Wie kann es sein, dass einzelne Firmen so viel Geld für Gebäude ausgeben und trotzdem so viele Fehler machen (siehe beispielsweise Rolle der KPMG beim Postauto-Skandal)?

Die nächsten ca. 2 Stunden verliefen auf einem gut ausgebauten und landschaftlich interessanten Veloweg nahe der Autobahn, auf dem ich jedoch aufgrund der vielen Velofahrer nur selten anhielt und keine Fotos schoss. Etwas weiter kam ich auf eine schöne Strasse, welche in Richtung der Guadarrama-Bergkette führte, welche ich heute überqueren wollte.

Ausblick auf die (noch) weit entfernten Guadarrama-Berge

Der steile Teil des Aufstieg erstreckte sich über ca. 1000 Höhenmeter, mit ca. 7-11% Steigung, die Anstrengung lohnte sich aber mehrfach, da ich nicht nur die frische Bergluft auf einer angenehmen, wenig befahrenen Strasse genoss, sondern auch mit wunderschönen Aussichten belohnt wurde!

Der Aufstieg ist hart, dafür werde ich immer wieder mit wunderschönen Aussichten belohnt
Auf der Passhöhe gibt es sogar ein (offenbar noch offenes) Skigebiet! Allerdings scheint mir das meiste davon Kunstschnee zu sein.
Wunderschöne Aussichten auf der Passhöhe – diese Abfahrt habe ich nun vor mir!

Nach dem Gipfel führte eine ca. 1-stündige Abfahrt nach Segovia hinunter. Das ist einfach genial! Wenn man nur das Autofahren kennt, kann man sich wohl kaum vorstellen, welche Freude das Fahren mit dem Fahrrad bereitet, nachdem man sich die Höhenmeter mit viel physischer Anstrengung erkämpft hat.

Hier noch etwas für Fans der «Raserei» (das Video ist stark beschleunigt, keine Sorge!)

Gerade noch mit den letzten Sonnenstrahlen kam ich in Segovia an und war überwältigt vom riesigen römischen Aquädukt.

Geschafft! Ich bin in Segovia angekommen
Der wunderschöne Aquädukt, noch gerade in den letzten Sonnenstrahlen
Der Aquädukt ist beeindruckend lang
Die Maria steht schützend im Bogen
The Champion
Die Kathedrale von Segovia, Ansicht von der Plaza Mayor aus
Die Kathedrale von Segovia im Abendlicht

Ich genoss ein leckeres Abendessen in einem etwas touristischen Restaurant und schlief danach in einem eher schlichten Hostel. All dies war mir aber komplett egal, denn ich war rundum erfüllt und glücklich dank all den schönen Erlebnissen, welche ich in dieser Intensität nur vom Radfahren kenne! 

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